Narrative Strukturen und Überwindung der mittelalterlichen Sinnvermittlung im frühneuzeitlichen Prosaroman Fortunatus (1509)

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Der Fortunatus nimmt als Prosaroman eine wichtige Position innerhalb der deutschen Literatur ein. Er wird von der Germanistik häufig als erster moderner Roman bezeichnet, denn in ihm wird eine alte mittelalterliche Welt verabschiedet und bereits auf das Aufkommen einer neuen Welt hingewiesen. Die Arbeit setzt sich deshalb zum Ziel diesen Einschnitt in der literarischen Tradition durch die Untersuchung der narrativen Strukturen und deren Verwertung im Werk naher zu beleuchten. Um das Werk innerhalb der Gattungstradition des frühen Prosaromans zu kontextualisieren, soll zunächst eine kurze Beschreibung der Gattungseigenschaften gemacht werden (Prosaroman als historia, als exemplum, usw.). In einem zweiten Schritt soll das Werk kurz vorgestellt und Aspekte wie Autorschaft, mögliche Quellen sowie zentrale Begriffe wie Glück und Weisheit und deren ambivalente Bedeutung erläutert werden. Der Hauptteil der Arbeit wird sich schliesslich mit der Verwendung der traditionellen Erzählmuster befassen, um zu zeigen, dass die überkommene Funktion und Bedeutung dieser Schemata im Fortunatus transgrediert und der erwartete Sinn dadurch verweigert wird. Ausgehend von einer Reihe von Beispielen (St. Patricks Höhle, der Geldbeutel, das Wunschhütlein, die Zauberäpfel, usw.) soll gezeigt werden, wie der Autor die traditionellen Schemata und Motive heranzieht, ihre Sinnhaftigkeit jedoch zerstört, so dass eine sichere Bedeutung unmöglich wird. Der Lebensweg der zwei Hauptprotagonisten, Fortunatus und Andolosia, bricht so mit den Traditionen des Mittelalters und weist auf eine neue anbrechende Ordnung hin

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Traballo Fin de Grao en Linguas e Literaturas Modernas (Alemán). Curso 2018-2019

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